Sunday

Like the cool kids

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Wenn ich eines nicht bin, dann ist es wohl "cool". Irgendwie hat sich das mit der "Coolness" nie ergeben. Ich bin mit zwei linken Händen und Füßen, einem schlechten Gleichgewicht und einer noch schlechteren Orientierung geboren. Und da muss ich jetzt eben das Beste draus machen.

Schlagfertig bin ich schon, aber halt erst zwei Stunden später, nachdem ich eine Situation ungefähr fünf Mal in meinem Kopf durchgespielt habe. Ich schaffe es mit flachen Schuhen auch auf einem ebenen Boden zu stolpern oder umzuknicken. Ich mache schlechte Witze, die irgendwie nur ich selbst verstehe und wahnsinnig lustig finde - und bekomme nicht selten dabei Lachanfälle, die schnell außer Kontrolle geraten. Wenn ich etwas Helles anhabe, schaffe ich es sicher mich komplett voll zu kleckern und sogar bei einer Umarmung mit den Haaren im Reißverschluss des anderen hängen zu bleiben. Ich spreche schneller als ich denke und komm dann erst später drauf, dass das unpassend rüber kam. Dass Frauen, wie man so schön sagt, multitaskingfähig sind, ist an mir wohl total vorbeigegangen. Ich lächle gerne fremde Menschen auf der Straße an und schaue Sendungen und höre Musik, die andere peinlich finden würden.

Wenn ich so drüber nachdenke und solche Dinge aufschreibe, merke ich, dass ich eigentlich froh bin, nicht so "cool" zu sein. Ich bringe mit meiner Verpeiltheit und Dusseligkeit meine Mitmenschen zum Lachen und rede mich immer wieder wunderbar um Kopf und Kragen. Ich bin im Club der "uncool Kids" und eigentlich ist das ganz cool. Es ist gemütlich - ihr seid herzlich willkommen. 

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